Marktüberblick · Stand Oktober 2026

Rechnungsprogramme im Vergleich: sevDesk, Lexware Office, easybill & Co. — und wo Backbone hineinpasst

Wer 2026 ein Rechnungsprogramm sucht, landet fast immer bei denselben großen Namen: sevDesk, Lexware Office, easybill, FastBill — oder gleich einer ERP-Suite wie Odoo. Alle sind etabliert, und bei allen bedeutet „KI" bisher vor allem Belegerkennung.

Dieser Vergleich konzentriert sich auf genau diese Tools und zwei Fragen, die im Alltag den Unterschied machen: Wie schnell wird aus deiner Arbeit eine bezahlte Rechnung — und was nimmt dir die KI wirklich ab? Dazu ehrlich eingeordnet, wann ein anderes Tool die bessere Wahl ist. Verglichen wird mit Backbone (früher Billy), dem Backoffice für Selbstständige in Österreich und Deutschland.

Der Funktionsvergleich: KI, Mahnwesen & E-Rechnung im Fokus

Funktionsvergleich: Backbone, sevDesk, Lexware Office, easybill, FastBill und Odoo
BackbonesevDeskLexware OfficeeasybillFastBillOdoo
Am besten fürZeit, Rechnungen, Mahnwesen & Belege mit KI (DE/AT)Buchhaltung & Rechnungen in einem ToolKomplette Buchhaltung mit ELSTER (nur DE)E-Commerce & Marktplätze (Amazon, eBay, Shopify)UStVA aus dem Tool & tiefes Vorlagen-DesignWachsende Firmen mit ERP-Bedarf
Dokumente-LimitMonatskontingent je Tarif; Zahlen noch nicht veröffentlichtFree: 3 Rechnungen/Monat; bezahlt unbegrenztKein Limit angegeben (Fair-Use laut AGB)Free: 50/Monat; Starter: 250/MonatKein Rechnungslimit angegebenKein Limit — auch in „One App Free“
Preisab 19 € / Monat inkl. UStab 12,90 € / Monatab 12,90 € / Monat (Tarif M)Free; ab 9 € / Monatab 9 € / Monat (Solo)„One App Free“; Standard 19,90 € pro Nutzer/Monat
Rechnung per KI-PromptJaAssistent Billy, fragt vor dem SendenNeinNeinNeinNeinNein
Alle Funktionen per KI-AssistentJafast alles; auch aus Claude/ChatGPT (MCP)Neinnur Vorschläge (Belege, Buchungen)NeinVorschläge, die du annehmen musstNeinKI schreibt Texte, du entscheidestNeinOCR; Belege werden manuell geprüftNeinKI punktuell (Belege)
Professionelle VorlagenTeilweise2 Vorlagen (Basic, Minimal), Logo + AkzentfarbeJa11 Layouts, 6 davon PremiumTeilweise5 BasislayoutsTeilweise2 Basis-Layouts zum KlonenTeilweiseEditor mit eigenen Schriften; Solo: 1 VorlageTeilweisekonfigurierbare Layouts
Live-VorschauJadu schreibst direkt auf der Seite–NeinVorschau als eigener SchrittNeinVorschau auf KlickJa–
Wiederkehrende RechnungenJain jedem PlanJaJaSerienrechnungenTeilweiseerst ab Professional (25 €)Teilweiseerst ab Pro (27 €)Ja
Automatischer E-Mail-VersandJaRechnung per E-Mail; Mahnungen nach Zeitplan ab StudioTeilweiseSerienrechnungen optional automatisch; Mahnungen manuellTeilweiseSerienrechnungen optional automatisch; keine automatischen MahnungenTeilweiseSerien ab Professional, Mahnungen nur PremiumTeilweiseMahnungen als kostenpflichtiges Add-onTeilweiseMahn-Follow-ups automatisch, wenn konfiguriert
BuchhaltungNeinkeine EÜR/UStVA; Export für die SteuerberatungJaim Buchhaltungs-TarifJaab Tarif LNeinTeilweiseUStVA ja, EÜR neinJaAccounting-Modul
E-RechnungTeilweiseZUGFeRD; XRechnung demnächstJaschon im Gratis-TarifTeilweiseVersand ab Tarif MJaschon im Gratis-TarifJain allen TarifenJa

Wettbewerber: Netto-Preise bei jährlicher Zahlung laut Preisseiten der Anbieter, geprüft am 31. Juli 2026; Odoo-Preise variieren je Land. Backbone: Preise inkl. USt laut back-bone.io, Stand 9. Oktober 2026; die genauen Kontingente je Tarif sind noch nicht veröffentlicht. Alle Angaben ohne Gewähr — maßgeblich sind die Angaben der jeweiligen Anbieter. Zur E-Rechnung: Kleinunternehmer nach §19 UStG sind von der Ausstellungspflicht dauerhaft befreit — Details in den FAQ unten.

Rechnungsprogramm oder Buchhaltungssoftware? Der ehrliche Unterschied

sevDesk und Lexware Office sind im Kern Buchhaltungs-Tools: Sie erstellen die EÜR, übermitteln die Umsatzsteuervoranmeldung per ELSTER ans Finanzamt, gleichen Bankkonten ab und exportieren an DATEV. Odoo geht noch weiter und bringt eine ganze ERP-Suite mit. Das ist viel — und für alle richtig, die ihre Buchhaltung komplett selbst machen wollen.

Backbone bucht bewusst nicht. Es ist ein Backoffice für alles, was vor der Buchhaltung passiert: Zeiterfassung, rechtskonforme Rechnungen und Angebote (§14 UStG / §11 öUStG, §19 Kleinunternehmer, §13b Reverse Charge) mit ZUGFeRD und QR-Code zum Bezahlen, Storno per Gutschrift, wiederkehrende Rechnungen, Mahnwesen mit gesetzlichen Zinsen, Belege mit KI-Zuordnung und Kontoauszüge — plus ein KI-Assistent, der vieles davon auf Zuruf erledigt. Am Monatsende bekommt deine Steuerberatung ein ZIP oder einen kostenlosen eigenen Login. Wer die Buchhaltung dort hat, braucht den Rest oft gar nicht.

Wo Backbone klar vorn liegt

Der wichtigste Unterschied steht in den KI-Zeilen der Tabelle: Bei allen verglichenen Anbietern bedeutet „KI" Stand Juli 2026 Belegerkennung, Buchungsvorschläge oder einen Support-Chatbot. Keines der Tools hat einen Assistenten, der die eigentliche Arbeit übernimmt.

  • Echter KI-Assistent: „Schreib Anna eine Rechnung über 1.200 € für den März-Workshop" — der Assistent entwirft die Rechnung, du bestätigst, dann geht sie raus. Das geht in Backbone selbst oder direkt aus Claude, ChatGPT, Gemini und Grok.
  • Mahnwesen mit Recht im Gepäck: Erinnerung, 1. und 2. Mahnung mit gesetzlichen Verzugszinsen und 40 € Pauschale, wo erlaubt — ab Studio automatisch nach deinem Zeitplan. Bei easybill gibt es automatisches Mahnen erst im Premium-Tarif, bei FastBill als kostenpflichtiges Add-on, bei sevDesk und Lexware Office als Klick pro Rechnung.
  • Österreich als Heimatmarkt: §11 öUStG, Kleinunternehmerregelung und Reverse Charge sind eingebaut — Lexware Office, easybill und FastBill unterstützen Österreich gar nicht.
  • Alles vor der Buchhaltung an einem Ort: Zeiterfassung, Belege mit KI-Zuordnung, Kontoauszüge und ein ZIP für die Steuerberatung sind in jedem Plan.
  • Rechnungen auf Deutsch oder Englisch, in EUR, USD, GBP oder CHF, mit QR-Code zum Bezahlen und ZUGFeRD für Firmenkunden.
  • Kontrolle: Alles, was deinen Workspace verlässt, wartet auf dein OK.

PreiseRechnungenMahnwesenBelegeExport für die SteuerberatungKI-Connector

Die direkten Vergleiche

Du schwankst zwischen Backbone und einem bestimmten Tool? Für jeden großen Anbieter gibt es einen eigenen, ausführlichen Vergleich:

Wann ein anderes Tool die bessere Wahl ist

Ein fairer Vergleich nennt auch die Gegenrichtung. Du solltest zu einem anderen Tool greifen, wenn einer dieser Punkte auf dich zutrifft:

  • Du willst EÜR und Umsatzsteuervoranmeldung selbst im Tool erledigen: sevDesk und Lexware Office (Tarif L) übermitteln direkt per ELSTER, FastBill hat die UStVA sogar in jedem Tarif. Backbone bietet keine Buchhaltungs- oder Steuerfunktionen und keinen DATEV-Export.
  • Du verkaufst über Amazon, eBay oder Shopify: easybill ist auf Marktplatz-Abrechnung, OSS und Versandanbindung spezialisiert.
  • Du brauchst ERP-Funktionen wie Lager, Fertigung oder CRM: Odoo deckt als modulare Suite weit mehr ab als jedes Rechnungsprogramm.
  • Du musst heute XRechnung ausstellen (z. B. für Behörden): Die verglichenen Tools erstellen sie, teils schon im Gratis-Tarif. Backbone erzeugt ZUGFeRD-E-Rechnungen, XRechnung kommt demnächst — als Kleinunternehmer bist du von der E-Rechnungs-Ausstellungspflicht allerdings dauerhaft befreit (siehe unten).
  • Du willst eine automatische Bankanbindung oder eine native App: Backbone nimmt Kontoauszüge heute per Upload (PDF, CSV), die direkte Bankanbindung kommt demnächst, und es läuft als Web-App. sevDesk und Lexware Office haben Banking-Sync und Apps für iOS und Android.

E-Rechnungspflicht: Was Stand Oktober 2026 wirklich gilt

Für viele Freelancer und Kleinunternehmer in Österreich und Deutschland besteht damit Stand heute keine Pflicht, E-Rechnungen auszustellen. Wichtig bleibt, eingehende E-Rechnungen empfangen und öffnen zu können. Wer seinen Firmenkunden trotzdem schon strukturierte Rechnungen schicken will: Backbone erzeugt ZUGFeRD, XRechnung kommt demnächst.

Die Tools im Kurzporträt

sevDesk

Der Platzhirsch für Selbstständige, die Rechnungen und Buchhaltung in einem wollen: EÜR, UStVA per ELSTER, Banking, DATEV, dazu eine eigene Österreich-Version (sevdesk.at). E-Rechnungen (XRechnung/ZUGFeRD) gibt es schon im Gratis-Tarif mit 3 Rechnungen pro Monat. „KI" bedeutet hier Belegerfassung und den Support-Chatbot Sevi; Mahnungen erstellst du pro Rechnung per Klick.

Lexware Office (ehemals lexoffice)

Der Haufe-Lexware-Klassiker mit über 230.000 Kunden, sehr eingängiger Oberfläche und Lohnabrechnungs-Add-on. Rechnungen gibt es ab Tarif M (12,90 € netto), Buchhaltung/EÜR/ELSTER ab Tarif L. Wichtig für Österreicher: Laut eigenem Hilfe-Center ist Lexware Office ausschließlich für Deutschland geeignet.

easybill

Stark für E-Commerce: Amazon-, eBay- und Shopify-Anbindung, OSS und Versandlabels, dazu ein dauerhaft kostenloser Tarif mit 50 Belegen pro Monat inklusive E-Rechnung. Wiederkehrende Rechnungen gibt es erst ab dem Professional-Tarif, das automatische Mahnwesen nur im Premium-Tarif; Archivierung kostet extra.

FastBill

Seit dem Rückkauf durch die Gründer 2024 wieder in deutscher Hand. Besonderheit: Die Umsatzsteuervoranmeldung geht in jedem Tarif direkt per ELSTER raus. Wiederkehrende Rechnungen erst ab Pro, das vollautomatische Mahnwesen ist ein kostenpflichtiges Add-on, eine amtliche EÜR fehlt.

Odoo

Die modulare Open-Source-ERP-Suite: Rechnungen, Buchhaltung, CRM, Lager, Fertigung und Dutzende weitere Apps. Eine einzelne App ist kostenlos („One App Free"), danach zahlt man pro Nutzer und Monat — plus häufig Einrichtungs- oder Partneraufwand. Für reine Rechnungssteller meist überdimensioniert; der ausführliche Vergleich steht oben verlinkt.

Häufige Fragen

Welches Rechnungsprogramm ist das beste für Freelancer?
Das hängt davon ab, was du brauchst. Willst du Buchhaltung, EÜR und Umsatzsteuervoranmeldung im selben Tool erledigen, sind sevDesk oder Lexware Office etabliert. Verkaufst du über Marktplätze, ist easybill stark. Rechnest du vor allem Arbeit ab, willst das Mahnen und Belegesammeln vom Tisch haben und macht deine Steuerberatung die Buchhaltung ohnehin, ist Backbone dafür gebaut.
Was unterscheidet Backbone von sevDesk und Lexware Office?
Zwei Dinge. Erstens der Fokus: sevDesk und Lexware Office sind Buchhaltungssoftware mit Rechnungsmodul; Backbone ist ein Backoffice — Zeiterfassung, Rechnungen, Mahnwesen, Belege und Kontoauszüge — ohne EÜR, UStVA oder DATEV-Export; die Bücher macht deine Steuerberatung mit dem Export. Zweitens die KI: Bei sevDesk und Lexware Office heißt „KI" Belegerkennung bzw. ein Support-Chatbot (Stand Juli 2026). Backbones Assistent entwirft Rechnungen aus einem Satz, verschickt sie per E-Mail, sagt dir, wer noch offen ist, und bereitet Mahnungen vor — alles, was deinen Workspace verlässt, erst nach deinem OK. Das geht auch direkt aus Claude oder ChatGPT.
Muss ich als Kleinunternehmer E-Rechnungen (XRechnung/ZUGFeRD) schreiben?
Nein. Kleinunternehmer nach §19 UStG sind in Deutschland dauerhaft von der Pflicht zur Ausstellung von E-Rechnungen befreit (§34a UStDV) — empfangen können müssen sie E-Rechnungen aber seit dem 1. Januar 2025. Für alle anderen gilt: Ausstellungspflicht ab 2027 (Vorjahresumsatz über 800.000 €) bzw. ab 2028 für alle. In Österreich gibt es bislang gar keine B2B-E-Rechnungspflicht, nur die B2G-Pflicht gegenüber dem Bund.
Welches Rechnungsprogramm funktioniert in Österreich?
Von den verbreiteten deutschen Tools bietet nur sevDesk eine eigene Österreich-Version (sevdesk.at); Lexware Office ist laut eigenem Hilfe-Center ausschließlich für Deutschland geeignet. Backbone ist für Österreich und Deutschland gebaut: Die §11 öUStG-Pflichtangaben prüft es beim Schreiben, Kleinunternehmerregelung und Reverse Charge bekommen ihren Hinweis, und Verzugszinsen rechnet es nach § 456 UGB bzw. § 288 BGB. Rein österreichische Alternativen wie ProSaldo.net oder FreeFinance vergleichen wir in eigenen Beiträgen.
Und was ist mit Billomat, Papierkram oder Accountable?
Alle drei sind solide Nischen-Tools: Billomat ist ein reines Rechnungstool (ab 19 €, max. 30 Rechnungen/Monat), Papierkram glänzt bei Projektzeiterfassung, Accountable erledigt Steuererklärungen gleich mit. In diesem Vergleich konzentrieren wir uns auf die Tools mit der größten Verbreitung — für die meisten Selbstständigen fällt die Wahl zwischen diesen Namen.
Was kostet Backbone, und kann ich es testen?
Backbone hat drei Tarife: Solo 19 €, Studio 29 € und Agency 49 € im Monat inkl. USt (jährlich 190, 290 oder 490 €, zwei Monate gratis). Jeder Tarif startet mit 7 Tagen Test — du hinterlegst eine Karte bei Stripe, heute fallen 0,00 € an, monatlich kündbar. Einen dauerhaft kostenlosen Tarif gibt es nicht.

Rechnungen schreiben, ohne Buchhaltungssoftware zu lernen?

Teste Backbone 7 Tage: heute 0,00 €, Karte bei Stripe hinterlegt, monatlich kündbar.

Rechtlicher Hinweis: Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung im Sinne des StBerG oder RDG; ein Mandatsverhältnis entsteht nicht. Keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Eine Haftung ist ausgeschlossen, soweit gesetzlich zulässig; unberührt bleiben Vorsatz, grobe Fahrlässigkeit sowie Schäden aus der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit. Für deinen Fall maßgeblich ist deine Steuerberatung oder Rechtsanwaltskanzlei.